Kriminologie in Nordrhein-Westfalen

Das Netzwerk der Kriminologinnen und Kriminologen in Nordrhein-Westfalen

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Universität Bielefeld

Prof. Dr. Lindemann

Fragen der Kronzeugenregelung und des Schutzes gefährdeter Zeugen

Im Auftrag des dem niederländischen Justizministerium angegliederten Wetenschappelijk Onderzoek- en Documentatiecentrum (WODC) führt das Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Leiden eine rechtsvergleichende Untersuchung zu Fragen der Kronzeugenregelung und des Schutzes gefährdeter Zeugen durch. Als Kooperationspartner des Institutes ist Prof. Lindemann mit der Erstellung des deutschen Landesberichtes betraut. Im Rahmen des Projektes werden qualitative Interviews mit Akteuren aus Justiz, Polizei und Wissenschaft zum theoretischen Fundament und zur Anwendungspraxis der einschlägigen rechtlichen Regelungen durchgeführt. Es wird ein Projektbericht erstellt; darüber hinaus sollen die Ergebnisse 2018 in einer englischsprachigen Publikation veröffentlicht werden.

Status: laufend seit 2016 (bis voraussichtlich 2018)

beteiligte Institutionen: Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie, Universität Bielefeld & Institut für Strafrecht und Kriminologie, Universität Leiden

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Michael Lindemann, Prof. Dr. Jan Crijns, Ass.-Prof.’in Marieke Dubelaar, Dr. Dave van Toor

Förderung durch: Wetenschappelijk Onderzoek- en Documentatiecentrum (WODC)

Homepage: WDOC (in niederländischer Sprache)

Keywords: Rechtstatsachenforschung – Kronzeugenregelung – Zeugenschutzprogramm – Vergleich verschiedener Rechtssysteme

Viktimisierung, Recht und Opferschutz – Menschen mit psychischer Behinderung als Opfer von Gewalt – Multiperspektivische Analysen zu Viktimisierung und deren polizeilicher sowie justizieller Verarbeitung und Entwicklung konkreter Präventionsansätze

Menschen mit einer psychischen Behinderung weisen ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöhtes Risiko auf, Opfer von Gewalt zu werden. Kommt es in diesen Fällen zu einer Strafanzeige, so bestehen in der anschließenden Interaktion zwischen den Betroffenen und Vertretern von Polizei und Justiz ebenfalls Konfliktpotentiale. Deren Aufbrechen kann wiederum zu einer Vertiefung der traumatischen Folgen der Gewalterfahrung für die Betroffenen führen (sog. sekundäre Viktimisierung). In dem Projekt „Viktimisierung, Recht und Opferschutz“ sollen daher die Erfahrungen sowohl der Betroffenen als auch der Institutionenvertreter mit Verfahren, die den Vorwurf einer entsprechenden Gewaltstraftat zum Gegenstand haben, untersucht werden. Durch die Zusammenführung der Perspektiven von Verletzten und staatlichen Entscheidungsträgern soll auch ermittelt werden, ob die Erfüllung des in der UN-Behindertenrechtskonvention normierten Anspruchs auf gleichberechtigten und wirksamen Zugang zur Justiz gewährleistet ist. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Beitrag gerichtet, den die Einführung eines Anspruches auf Beiordnung eines psychosozialen Prozessbegleiters (§ 406g Abs. 3 StPO) zum 1.1.2017 zur Vermeidung sekundärer Viktimisierungen von Gewaltopfern mit einer psychischen Behinderung zu leisten vermag. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen die Grundlage für die Erarbeitung konkreter Präventionsansätze bilden, die zur Vermeidung einer erneuten Opferwerdung von Menschen mit einer psychischen Behinderung beitragen können.

Status: laufend seit 2018 (bis voraussichtlich 2021)

beteiligte Institutionen: Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie, Universität Bielefeld & Evangelisches Klinikum Bethel gGmbH 

beteiligte Forscher: Prof. Dr. Martin Driessen (EVKB), Prof. Dr. Thomas Beblo (EVKB), Prof. Dr. Michael Lindemann (Universität Bielefeld)

Förderung durch: Stiftung Wohlfahrtspflege NRW

Homepage: Viktimisierung, Recht und Opferschutz

Keywords: Rechtstatsachenforschung – Menschen mit psychischer Behinderung als Gewaltopfer – Sekundäre Viktimisierung – Psychosoziale Prozessbegleitung – UN-Behindertenrechtskonvention – Anspruch auf gleichberechtigten und wirksamen Zugang zur Justiz

Prof. Dr. Reinecke

Kriminalität in der modernen Stadt

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Panelstudie Kriminalität in der modernen Stadt wird seit 2002 in Duisburg durchgeführt. Die Grundgesamtheit besteht aus Schülerinnen und Schülern, die 2002 die siebte Klasse einer Duisburger Schule besuchten. Zu Beginn nahmen 3.411 Personen und somit 61 % der Grundgesamtheit an der Befragung teil. Im Durchschnitt liegen für jede der bislang durchgeführten 12 Erhebungen Daten von 3.000 Personen vor und ermöglichen so die Analyse typischer Delinquenzverläufe und Erklärungszusammenhänge vom 13. bis zum 28. Lebensjahr. Die Untersuchung wird 2019 mit der 13. Befragung im 30. Lebensjahr der Teilnehmerinnen und Teilnehmer weitergeführt. Es wird sowohl das Dunkelfeld der selbstberichteten Delinquenz als auch die Hellfeldkriminalität anhand von Verfahrenseinstellungen und Verurteilungen aus dem Erziehungs- und Bundeszentralregister erhoben. Als mögliche Erklärungsfaktoren für delinquentes Verhalten wird unter anderem die Einbindung in soziale, schulische und berufliche Beziehungen, der Lebensstil, das Freizeitverhalten, die Einstellung zu Normen und Entscheidungspräferenzen und Kontakte zu Polizei oder Justiz untersucht.

Status: laufend seit 2002 (bis voraussichtlich 2019)

beteiligte Institutionen: Professur für Methoden der empirischen Sozialforschung mit dem Schwerpunkt quantitative Methoden, Universität Bielefeld & Institut für Kriminalwissenschaften, Professur für Kriminologie, Universität Münster

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Jost Reinecke, Prof. Dr. Klaus Boers Dr. Christina Bentrup, Dipl. Jur. Anna Herlth, M.A., Andrea Schwarz, M.A., Anke Erdmann, M.A., Mag. Georg Kessler

Förderung durch: DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft

Homepage: KrimStad bzw. Crimoc

Keywords: juvenile delinquency – longitudinal – life-course – self-reported delinquency

Universität Bochum

Prof. Dr. Feltes

Flucht als Sicherheitsproblem

Die Studie soll das Ausmaß und die Entwicklung der registrierten Kriminalität und der eigenen Viktimisierungserfahrungen von Geflüchteten in Nordrhein‐Westfalen analysieren und die Befunde in einen Zusammenhang mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Bevölkerung und der in klassischen und neuen Medien veröffentlichten Meinung stellen. Dazu werden polizeiliche Daten zur Kriminalität und Viktimisierungserfahrung von Geflüchteten mit sozialräumlichen Daten in einen vergleichenden Zusammenhang gestellt und unter Einbeziehung von Ergebnissen thematisch verwandter empirischer Studien ausgewertet. Zudem soll eine Analyse klassischer und neuer (sog. „sozialer“) Medien und die Auswertung von Daten der Bochumer Sicherheitsstudien aus den Jahren 1976-2016 („Bochum I‐IV“) einen Vergleich der polizeilich vermittelten Kriminalitäts‐ und Viktimisierungslage mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Bevölkerung ermöglichen.

Status: laufend seit 2017 (bis voraussichtlich 2018)

beteiligte Institutionen: Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum & Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht, Ruhr-Universität Bochum & Juniorprofessur für Strafrecht und Strafprozessrecht der Universität zu Köln

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Thomas Feltes, Prof. Dr. Ingke Goeckenjan, Prof. Dr. Elisa Hoven, Dr. Andreas Ruch, Lara Schartau, MSc & M.A., Christian Roy-Pogodzik, M.A.

Förderung durch: Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW

Homepage: flucht.rub.de

Keywords: Geflüchtete – Flüchtlinge – Hellfeld – Registrierte Kriminalität – Sicherheitsgefühl – Viktimisierung – Medienanalyse

Gewalt gegen Rettungskräfte II

Gefördert durch das Land NRW, die Unfallkasse NRW sowie die komba gewerkschaft nrw wird derzeit am Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft ein Forschungsprojekt zum Thema „Gewalt gegen Einsatzkräfte der Feuerwehren und Rettungsdienste in NRW“ durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine Fortsetzung der 2011 durchgeführten Untersuchung „Gewalt gegen Rettungskräfte“, die ebenfalls durch den Lehrstuhl von Professor Dr. Thomas Feltes betreut wurde und eine umfassende Gewaltbetroffenheit der Einsatzhabenden in Nordrhein-Westfalen offenbarte. 98 % der Befragten gaben 2011 an, im Bezugszeitraum von 12 Monaten Opfer verbaler Gewalt geworden zu sein. Von mindestens einer körperlichen Gewalterfahrung innerhalb ihrer gesamten Dienstzeit berichteten 2011 59 % der Befragten. Die im Mai und Juni 2017 erfolgte Befragung von rund 4500 Einsatzkräften setzt es sich zum Ziel, neue Erkenntnisse zur Betroffenheit und deren Folgen sowie zu den Entstehungsbedingungen von Gewalt gegen Einsatzkräfte zu erlangen. Darüber hinaus sollen Präventionsbedarf ermittelt und bereits erfolgte Präventionsmaßnahmen evaluiert werden. Erstmals stehen neben Einsatzkräften im Rettungseinsatz auch MitarbeiterInnen im Brandeinsatz der Feuerwehren im Fokus.

Status: laufend seit 2017 (bis voraussichtlich 2018)

beteiligte Institution: Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum

beteiligte Forscher: Prof. Dr. Thomas Feltes

Förderung durch: Land NRW, Unfallkasse NRW, komba gewerkschaft nrw

Homepage: Rettungskräfte II  

Keywords: Gewalt  – ViktimisierungPrävention

Horizon 2020 Forschungsprojekt ICT4COP

Forschungsprojekt zu Information and Communications Technologies for Community Oriented Policing in den Post-Konfliktstaaten Guatemala, El Salvador, Nicaragua (Südamerika), Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Serbien (Südosteuropa), Kenia, Somalia, Süd-Sudan, (Afrika), Afghanistan Pakistan (Südasien)

Der Lehrstuhl für Kriminologie ist Projektpartner in ICT4COP, einem von der EU-geförderten Horizon 2020 Forschungsprojekt. In dessen Rahmen soll Community based Policing in Post-Konfliktstaaten untersucht werden. Das von der Norwegian University of Life Science (NMBU) initiierte Projekt wird in Zusammenarbeit mit insgesamt 10 Partnerinstitutionen durchgeführt. Neben der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sind u.a. die University of Durham, das Norwegian Institute for International Affairs (NUPI) sowie die Universität Bremen beteiligt. Gemeinsam werden die Partner ein einer Reihe von Post-Konflikt-Ländern wissenschaftliche Studien durchführen so etwa in Somalia, Süd-Sudan, Afghanistan, Nicaragua und Südosteuropa. Die RUB ist gleich in mehreren Workpackages des über fünf Jahre laufenden und mit 5 Millionen Euro geförderten Projekts vertreten. In Kooperation mit Forschern der Universität Krakau wird die RUB in den Ländern Kosovo, Serbien und Bosnien-Herzegowina die Polizeistrukturen und Community based Policing untersuchen. Dabei soll auch das komplexe Verhältnis von Jugend und Polizei erforscht werden. Ziel des Projektes ist es, die sozialen und technischen Voraussetzungen für Community Policing und Polizeireform in Post-Konflikt Ländern zu identifizieren und Lösungen für den effektiven Aufbau funktionierender Rechtsstaatlichkeitsstrukturen zu entwickeln.

Status: laufend seit 2015 (bis voraussichtlich 2020)

beteiligte Institutionen: Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, Jagiellonian University of Krakow (UJ) & Norwegian University of Life Science (NMBU)

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Thomas Feltes, Fabienne Coenders, MSc

Förderung durch: Europäische Union

Homepage: ICT4COP, Flyer als Download, Community Policing

Keywords: Community Oriented Policing – Post-conflict zones – Police reform – ICT – Youth

Prof. Dr. Singelnstein

Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamte: Viktimisierungsprozesse, Anzeigeverhalten, Dunkelfeldstruktur

Zum Umfang rechtswidriger Gewaltanwendung durch PolizeibeamtInnen liegen bislang kaum empirisch gesicherte Erkenntnisse vor. Einerseits werden die vorhandenen statistischen Zahlen zur Körperverletzung im Amt, die eine äußerst geringe Anklagequote von etwa 3 % ausweisen, höchst unterschiedlich interpretiert. Andererseits gibt es trotz anhaltender öffentlicher Diskussion praktisch keine Studien zum Dunkelfeld dieses Deliktsbereichs, obwohl dieses mutmaßlich eine besondere Struktur aufweist. Vor diesem Hintergrund soll das Forschungsprojekt vom Januar 2018 an einschlägige Viktimisierungserfahrungen, die polizeilichen Umgangsformen mit Verfahren wegen Körperverletzung im Amt, das Verhältnis von Hell- und Dunkelfeld sowie die Struktur des Dunkelfelds in diesem Bereich untersuchen.

Status: laufend seit 2018 (bis voraussichtlich 2020)

beteiligte Institution: Lehrstuhl für Kriminologie, Ruhr-Universität Bochum

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Tobias Singelnstein, Laila Abdul-Rahman, Nadine Drolshagen, Hannah Espín Grau

Förderung durch: DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft

Homepage: KVIAPOL

Keywords: Amtsdelikte – Dunkelfeld – Körperverletzung im Amt – Polizeigewalt

Rechtsextreme Gewaltdelinquenz und Praxis der Strafverfolgung

Seit dem Frühjahr 2015 ist in Deutschland ein signifikanter Wandel und eine Zunahme rechtsextrem motivierter Gewaltdelinquenz zu beobachten. Diese Veränderungen finden im Kontext eines gesellschaftlichen Rechtsrucks statt, der sich auch im Erstarken rechtspopulistischer Parteien und neurechter Gruppen widerspiegelt. Die Hans‐Böckler‐Stiftung richtet vor diesem Hintergrund von 2018 bis 2021 an der Ruhr-Universität Bochum eine Nachwuchsforschungsgruppe (NFG) zum Thema rechtsextreme Gewaltdelinquenz ein. Im Rahmen dessen werden drei Promotionsstipendien an Promovierende vergeben, die das Themenfeld mit ihren Arbeiten gemeinsam bearbeiten. Die NFG soll in einer kriminologischen Perspektive zum einen der Frage nachgehen, wie und warum sich der genannte Deliktsbereich bezüglich Taten und TäterInnen wandelt. Zum anderen soll empirisch untersucht werden, wie die Praxis der Strafverfolgungsbehörden im Deliktsbereich rechtsextrem motivierter Gewaltdelinquenz ausgestaltet ist.

Status: laufend seit 2018 (bis voraussichtlich 2021)

beteiligte Institution: Lehrstuhl für Kriminologie, Ruhr-Universität Bochum

beteiligter Forscher: Prof. Dr. Tobias Singelnstein

Förderung durch: Hans‐Böckler‐Stiftung (HBS)

Homepage: RexDel

Keywords: Gewaltdelinquenz – PMK – Polizei – Rechtsextremismus – Strafverfolgung

Strafkulturen auf dem Kontinent – Frankreich und Deutschland im Vergleich

Strafe und Kriminalität sind Aspekte des kollektiven Lebens, die in allen Gesellschaften eine zentrale Rolle spielen und deren Bedeutung in der jüngeren Vergangenheit erheblich zugenommen hat. Gleichwohl ist die Rolle der Strafe sowohl in verschiedenen Ländern, als auch in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Sie wird in Medien, Politik und Bevölkerung verschieden verstanden und genutzt. Das Projekt „Strafkulturen auf dem Kontinent“ soll von 2017 bis 2020 die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Umgangs mit Strafe in Deutschland und Frankreich in den genannten Bereichen und die Wechselwirkungen zwischen diesen Bereichen herausarbeiten, die als prägend für die Strafkultur einer Gesellschaft verstanden werden.

Status: laufend seit 2017 (bis voraussichtlich 2020)

beteiligte Institutionen: Lehrstuhl für Kriminologie, Ruhr-Universität Bochum; Freie Universität Berlin; Centre national de la recherche scientifique & Centre Marc Bloch; Centre de recherches Sociologiques sur le Droit et les Institutions Pénales & Université Paris 1 Panthéon - Sorbonne

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Tobias Singelnstein, Prof. Dr. Kirstin Drenkhahn, Assoc. Prof. Nicolas Hubé, PD Dr. Fabien Jobard, Bénédicte Laumond, Johanna Nickels, Elena Zum-Bruch und weitere MitarbeiterInnen

Förderung durch: DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft & Agence Nationale de la Recherche (ANR)

Homepage: Strafkulturen (CPC)

Keywords: Kriminalpolitik – Medien – Punitivität – Strafkulturen

Fachhochschule Dortmund

EU-Pretrialrights

Fragestellung: Wie werden die Anforderungen aus der EU-Richtlinie 2016/1919 über den Zugang zu kostenloser anwaltlicher Unterstützung für Personen, die einer Straftat verdächtigt oder beschuldigt werden, aber noch nicht verurteilt sind oder die einem EU-Haftbefehl unterliegen, während ihrer Inhaftierung in den am Projekt beteiligten Mitgliedstaaten der Europäischen Union sichergestellt? Welcher Ergänzungen der Richtlinie bedarf es, damit diese im Sinne des Zugangs insbesondere zu kostenloser Rechtshilfe betreffend den Vollzug dieser Haft wirksam wird? Das Projekt wird im Verbund des Prison Litigation Network durchgeführt (http://www.prisonlitigation.org/).

Status: laufend seit 09/2017 (bis voraussichtlich 02/2019)

beteiligte Institution: Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften: Strafvollzugsarchiv Fachhochschule Dortmund

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Christine Graebsch, Christina Lederer, Pascal Décarpes

Förderung durch: Kommission der Europäischen Union

Homepage: EU-Pretialrights

Keywords: Legal aid – pretrial detention – prisoners’ rights

EU-Prison Radicalisation Project

Fragestellung: Welche Programme und Prognoseinstrumente sind in den beteiligten Ländern in Haftanstalten mit dem Ziel im Einsatz, der Radikalisierung von Gefangenen entgegenzuwirken und wie verhalten sich diese zu wissenschaftlichen Erkenntnissen betreffend ihre Wirkung? Das Projekt wird im Verbund des European Prison Observatory durchgeführt (http://www.prisonobservatory.org/)

Status: laufend seit 11/2017 (bis voraussichtlich 10/2019)

beteiligte Institution: Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften: Strafvollzugsarchiv Fachhochschule Dortmund

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Christine Graebsch, Melanie Schorsch

Förderung durch: Kommission der Europäischen Union

Homepage: PRP

Keywords: radicalisation – risk assessment – desistance – prisoners‘ rights

Universität zu Köln

Prof. Dr. Kroneberg

Freundschaft und Gewalt im Jugendalter

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts „Freundschaft und Gewalt im Jugendalter“ steht die Erklärung der Entwicklung, Aufrechterhaltung und Beendigung von Gewalthandeln bei Jugendlichen. Welche sozialen Faktoren beeinflussen die Entstehung von Freundschaften? Wie beeinflusst die Freundesgruppe die Ausbildung, Verfestigung und soziale Verbreitung gewaltförderlicher Einstellungen? Welche Bedeutung haben Freundschaftsbeziehungen für die Überführung von gewaltförderlichen Einstellungen in tatsächliches Gewalthandeln? Welche Rolle spielen hierbei schulische und außerschulische Bedingungen? Zur Beantwortung dieser Fragen wurden zwischen 2013 und 2016 jährlich Daten an weiterführenden Schulen in vier Städten des Ruhrgebiets erhoben (Gelsenkirchen, Gladbeck, Herten, Marl, Recklinghausen).

Status: laufend seit 2012 (bis voraussichtlich 2018)

beteiligte Institution: Institut für Soziologie und Sozialpsychologie, Universität zu Köln

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Clemens Kroneberg, Dr. Harald Beier, André Ernst, Maria Gerth, Kathrin Lämmermann, Dr. Sonja Schulz

Förderung durch: DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft

Homepage: FuGJ

Keywords: Jugenddelinquenz – Schulgewalt – Integration – Handlungstheorie – soziale Netzwerkanalyse

Social Integration and Boundary Making in Adolescence (SOCIALBOND)

Das vom Europäischen Forschungsrat geförderte Projekt „Social Integration and Boundary Making in Adolescence“ (SOCIALBOND) untersucht Prozesse der Integration, Gruppenbildung und Identitätsentwicklung im Jugendalter. Dabei soll vor allem auf die gesellschaftliche Rolle von Schulen für die Integration und den Zusammenhalt einer sozial und kulturell vielfältigen Schülerschaft eingegangen werden. Die Grundlage bilden zunächst Daten der Studie „Children of Immigrants Longitudinal Survey in Four European Countries“, in der 2010 und 2011 in mehr als 900 Schulklassen in England, Deutschland, den Niederlanden und Schweden mehr als 18,000 Schülerinnen und Schüler befragt wurden. Von 2018 bis 2020 soll zudem eine neue Studie an Schulen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt werden.

Status: laufend seit 2017 (bis voraussichtlich 2022)

beteiligte Institution: Institut für Soziologie und Sozialpsychologie, Universität zu Köln

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Clemens Kroneberg, Dr. Hanno Kruse, Kathrin Lämmermann, Sven Lenkewitz, Andrea Meckel, Mark Wittek

Förderung durch: European Research Council (ERC Starting Grant)

Homepage: SOCIALBOND

Keywords: Integration – soziale Netzwerke – Identitäten – sozio-kulturelle Vielfalt

Cognitive Enhancement in Deutschland: Verbreitung, Beschaffungsstrategien, Ursachen und Implikationen

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt „Cognitive Enhancement in Deutschland: Verbreitung, Beschaffungsstrategien, Ursachen und Implikationen“ untersucht die die Verwendung von apothekenpflichtigen, verschreibungspflichtigen und illegalen Substanzen (wie Koffeintabletten, Methylphenidat oder Amphetaminen) zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit ohne klinische Indikation. Die Panelstudie untersucht die Verbreitung der Einnahme solcher Substanzen, Ursachen des Konsums und Beschaffungswege. Bei der Erklärung des Konsums sollen Faktoren wie Merkmale der verwendeten Substanzen, Personenmerkmale und soziale Einflüsse erforscht werden. Damit soll ein besseres Verständnis des Phänomens geschaffen werden und die empirische Basis für Entscheidungen hinsichtlich Interventionen und Prävention erweitert werden.

Status: laufend seit 2018 (bis voraussichtlich 2021)

beteiligte Institution: Universität zu Köln, Institut für Soziologie und Sozialpsychologie Universität Erfurt, Staatswissenschaftliche Fakultät

beteiligte Forscher/innen: Dr. Sebastian Sattler, Prof. Dr. Guido Mehlkop, Dipl.-Soz. Floris van Veen, B.A. Fabian Hasselhorn

Förderung durch: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Homepage: Cognitive Enhancement in Deutschland

Keywords: Kognitive Leistungssteigerung – Medikamentenmissbrauch – Drogenmissbrauch – verschreibungspflichtige Medikamente – Beschaffungskriminalität – Entscheidungsfindung

Prof. Dr. Neubacher

Radikalisierung im digitalen Zeitalter (RadigZ)

Das Projekt analysiert, inwieweit Internetpropaganda eine Radikalisierung in der realen (Offline-)Welt bedingt bzw. fördert. Dabei interessieren Radikalisierungsverläufe als Prozesse, die im Grundsatz reversibel sind und auch in Deradikalisierung münden können. Es handelt sich um ein Teilvorhaben des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektverbundes.

Status: laufend seit 03/2017 (bis voraussichtlich 02/2020)

beteiligte Institutionen: Institut für Kriminologie, Universität zu Köln & Deutsche Hochschule der Polizei, Münster (Prof. Dr. Thomas Görgen) & Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) u.a.

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Frank Neubacher, M.A., Dr. Nicole Bögelein, Dipl.-Soz. Jana Meier, M.A.

Förderung durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Homepage: RadigZ

Keywords: Rechtsextremismus – Islamismus – Internet – Ideologie – Netzwerke – Radikalisierung – Deradikalisierung

Fachhochschule Münster

Entwicklung und Anwendung einer Skala zur Messung von Korruptionsanfälligkeit von Gruppen (Hannoversche Korruptionsskala, HKS 38)

Die innerhalb der Forschungskooperation mit der Hochschule Hannover (Fachbereich Wirtschaft (Prof. Dr. Sven Litzcke, Professur für Human Resource Management und Wirtschaftspsychologie) erarbeitete Skala HKS 38 ist ein Fragebogen, der psychometrischen Gütekriterien gerecht wird und die Einschätzung von Korruptionsanfälligkeiten zulässt. Dies wird dadurch möglich, dass durch den Fragebogen Risikofaktoren gemessen werden, die in einer Person begründet liegen – also ihre Einstellungen zu Korruption. Damit erfasst der Fragebogen einen Risikobereich für Korruption, der jenseits von situativen Einflüssen für Korruption liegt. Da der Fragebogen in Deutschland anhand einer repräsentativen Stichprobe der deutschen Wohnbevölkerung normiert wurde, erlaubt er außerdem einen Vergleich der jeweiligen Stichprobe mit der Allgemeinbevölkerung. Die Entwicklung der Skala wurde gefördert vom TÜV Hannover/Sachsen-Anhalt e.V. 2017 wurde die Skala vom Referat Prävention und Ursachenforschung des Österreichischen Bundesamtes zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) in Kooperation mit der Hochschule Hannover und der Fachhochschule Münster in der Studie „Einstellungen zu Korruption in Österreich“ eingesetzt zur vergleichenden Messung der Korruptionsanfälligkeit von Polizeischülerinnen und -schüler sowie Jura- sowie Psychologiestudierenden. Weite Einsätze sind bereits in Vorbereitung. Darüber hinaus finden seit 2011 fortlaufend qualitative Messungen zu Korruption und korruptionsnahen Handlungen im Sozialwesen statt.

Status: laufend seit 01/2010

beteiligte Institutionen: Fachbereich Sozialwesen, Professur für Soziologie und Recht, Fachhochschule Münster & Professur für Human Resource Management und Wirtschaftspsychologie, Hochschule Hannover

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Ruth Linssen, Prof. Dr. Sven Litzcke

Homepage: HKS 38

Keywords: Korruption im öffentlichen Sektor – Korruption – Sozialwesen – Compliance – Skala – HKS 38 – Korruptionsprävention

Crime Stories - Digitale Selbstlernaufgaben aus dem Strafrecht

Im Projekt werden Strafrechtsfälle, die relevante Bezüge zum Beruf des Sozialarbeiters aufweisen und zudem Variationsmöglichkeiten zur Weiterbearbeitung beinhalten, als Video produziert. Sie sollen von den Studierenden (mit vorgegebenen Materialien, Fragen oder auch Rechercheaufgaben verbunden) bearbeitet und im Seminar besprochen und variiert werden.

Das Projekt hat damit folgende Ziele:

  1. Aneignung abstrakter juristischer Inhalte einüben
  2. Rezeptionsgewohnheiten der Studierenden nutzen (Videos ergänzend zu Text)
  3. Selbstlernen statt Frontal-Input (Einzeln oder in Gruppen, je nach Bedarf)
  4. Mit problembasiertem Lernen (Lernen am Einzelfall) zum Selbstlernen motivieren
  5. Selbststudium moderieren und Lernstand reflektieren in Präsenzphasen

Status: laufend seit 10/2017 (bis voraussichtlich 03/2019)

beteiligte Institution: Fachbereich Sozialwesen, Professur für Soziologie und Recht, Fachhochschule Münster

beteiligte Forscherinnen: Prof. Dr. Ruth Linssen

Homepage: Crime Stories

Keywords: Blended Learning – Linssen Law Learning – Inverted Classroom – Strafrecht für Soziale Arbeit

Universität Münster

Kriminalität in der modernen Stadt

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Panelstudie Kriminalität in der modernen Stadt wird seit 2002 in Duisburg durchgeführt. Die Grundgesamtheit besteht aus Schülerinnen und Schülern, die 2002 die siebte Klasse einer Duisburger Schule besuchten. Zu Beginn nahmen 3.411 Personen und somit 61 % der Grundgesamtheit an der Befragung teil. Im Durchschnitt liegen für jede der bislang durchgeführten 12 Erhebungen Daten von 3.000 Personen vor und ermöglichen so die Analyse typischer Delinquenzverläufe und Erklärungszusammenhänge vom 13. bis zum 28. Lebensjahr. Die Untersuchung wird 2019 mit der 13. Befragung im 30. Lebensjahr der Teilnehmerinnen und Teilnehmer weitergeführt. Es wird sowohl das Dunkelfeld der selbstberichteten Delinquenz als auch die Hellfeldkriminalität anhand von Verfahrenseinstellungen und Verurteilungen aus dem Erziehungs- und Bundeszentralregister erhoben. Als mögliche Erklärungsfaktoren für delinquentes Verhalten wird unter anderem die Einbindung in soziale, schulische und berufliche Beziehungen, der Lebensstil, das Freizeitverhalten, die Einstellung zu Normen und Entscheidungspräferenzen und Kontakte zu Polizei oder Justiz untersucht.

Status: laufend seit 2002 (bis voraussichtlich 2019)

beteiligte Institutionen: Institut für Kriminalwissenschaften, Professur für Kriminologie, Universität Münster & Professur für Methoden der empirischen Sozialforschung mit dem Schwerpunkt quantitative Methoden, Universität Bielefeld

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Klaus Boers, Prof. Dr. Jost Reinecke, Dr. Christina Bentrup, Dipl. Jur. Anna Herlth, M.A., Andrea Schwarz, M.A., Anke Erdmann, M.A., Mag. Georg Kessler

Förderung durch: DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft

Homepage: KrimStad bzw. Crimoc

Keywords: juvenile delinquency – longitudinal – life-course – self-reported delinquency

Effekte jugendstrafrechtlicher Interventionen in Deutschland und England

In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt „Effekte jugendstrafrechtlicher Interventionen in Deutschland und England“ sollen mit den Daten zweier Panel-Studien aus Deutschland (Kriminalität in der modernen Stadt (CrimoC), Universitäten Münster und Bielefeld) und England (Peterborough Adolescent and Young Adult Development Study (PADS+), University of Cambridge) die Effekte formeller Kontrollinterventionen auf die Delinquenz Jugendlicher im Hell- und Dunkelfeld untersucht werden. Ausgehend von der Annahme, dass das englische Jugendkriminalrechtssystem punitiver ausgerichtet ist als das deutsche, sollen einerseits mögliche delinquenzsteigernde Wirkungen formeller sozialer Kontrolle, andererseits auf Abschreckung oder Resozialisierung beruhende delinquenzmindernde Wirkungen untersucht werden.

Status: laufend seit 2015 (bis voraussichtlich 2018)

beteiligte Institution: Institut für Kriminalwissenschaften, Professur für Kriminologie, Universität Münster

beteiligte Forscher: Prof. Dr. Klaus Boers, Dr. Marcus Schaerff, Florian Kaiser, M.A.

Förderung durch: DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft

Keywords: Interventionseffekte – Abschreckung – Labeling – komparative Kriminologie

Entstehungsbedingungen und rechtliche Regulierung von Unternehmenskriminalität

Aus Unternehmen heraus zu deren Nutzen verübte Straftaten sind trotz ihrer nicht zu unterschätzenden Verbreitung und zum Teil gravierenden gesellschaftlichen Auswirkungen vergleichsweise wenig erforscht. Dies gilt nicht nur für die Entstehungsbedingungen, sondern auch für die behördlichen und strafjustiziellen Reaktionen auf Unternehmenskriminalität und deren Effekte. Mit dem Forschungsvorhaben sollen die Möglichkeiten und Grenzen der rechtlichen Regulierung von Unternehmenskriminalität untersucht werden. Von besonderem Interesse ist dabei die Rolle, die das Strafrecht im Gesamtgefüge der sehr viel weiter gespannten sozialen Kontrolle unternehmensbezogener Kriminalität einnehmen kann und derzeit tatsächlich innehat. Im Unterschied zur „klassischen“ Kriminalität existiert für die Unternehmenskriminalität bereits für das Hellfeld der offiziell bekannt gewordenen Straftaten allenfalls ein äußerst unscharfes Bild. Um einen besseren Einblick zu erhalten, sollen die strafjustizielle Erfassung und die Art und Weise der Bearbeitung von Sachverhalten, die der Unternehmenskriminalität zuzuordnen sind, untersucht werden.

Status: laufend seit 2013 (bis voraussichtlich 2019)

beteiligte Institution: Institut für Kriminalwissenschaften, Professur für Kriminologie, Universität Münster

beteiligter Forscher: Dr. Christian Walburg

Keywords: Unternehmenskriminalität – soziale Kontrolle von Wirtschaftskriminalität

Universität Wuppertal

Sicherheit im Bahnhofsviertel (SiBa)

Angesichts der Vielfalt der Nutzungsinteressen von Anwohnern, Gewerbetreibenden, Pendlern, Reisenden und Randgruppen (z.B. Wohnungslosen und Suchtkranken) kennzeichnen Nutzungskonflikte und Gefährdungspotenziale die Bahnhofsviertel der Städte. Ihr schlechter Ruf war in den vergangenen Jahren vielerorts Ausgangspunkt kommunaler Bemühungen, das zentrumsnahe Umfeld der Bahnhöfe durch Konsum- und Wohnfunktionen nachhaltig aufzuwerten. Die Gewährleistung von Sicherheit ist dabei von zentraler Bedeutung. Das BMBF-Projekt SiBa richtet den Blick auf die vielgestaltigen Entwicklungen in Bahnhofsquartieren, die sich in einem Spannungsfeld bewegen, das mehrere Dimensionen der Sicherheit berührt. Um einen Beitrag zu ganzheitlichen Sicherheitskonzepten für Bahnhofsviertel zu leisten, werden aktuelle kriminalpräventive und städtebauliche Maßnahmen in den Städten Düsseldorf, Leipzig und München analysiert und praxisbezogene Hinweise für das Sicherheitshandeln erarbeitet, die über Webinare und Fortbildungsangebote aufbereitet und den Kommunen und Akteuren der Kriminalprävention und Stadtentwicklung zur Verfügung gestellt werden.

Status: laufend seit 08/2017 (bis 07/2020)

beteiligte Institution: Lehrstuhl für Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit, Bergische Universität Wuppertal & Stiftungsprofessur für Kriminalprävention und Risikomanagement, Eberhard-Karls-Universität Tübingen

beteiligte Forscher/innen: Dr. Tim Lukas, Prof. Dr. Rita Haverkamp

Förderung durch: BMBF (Forschung für die zivile Sicherheit)

Homepage: SiBa

Keywords: Kriminalprävention – Stadtentwicklung – Bahnhofsviertel – soziale und ethnische Mischung – Gentrifizierung – subjektive (Un-)Sicherheitswahrnehmung

Resilienz durch sozialen Zusammenhalt – Die Rolle von Organisationen (ResOrt)

Internationale und nationale Studien zeigen, dass sozialer Zusammenhalt ein entscheidender Faktor für die Erhöhung der Resilienz der Bevölkerung im Krisen und Katastrophenfall ist. Die Erfahrungen vergangener Krisenereignisse zeigen aber auch, dass verschiedene Organisationen, die zur Verringerung von Vulnerabilität beitragen, diesen Faktor sehr unterschiedlich berücksichtigen. Das BMBF-Projekt ResOrt widmet sich vor diesem Hintergrund der Frage, welche Rolle der soziale Zusammenhalt in der Arbeit von Katastrophenschutzorganisationen, Wohlfahrtsverbänden, Nachbarschaftsorganisationen und Kommunalverwaltungen bei der Bewältigung von Krisen und Umbrüchen spielt. Darüber hinaus wird untersucht welche (sozialräumlichen) Entstehungsbedingungen die Stärkung des sozialen Zusammenhalts auf der Ebene von Stadtteilen und Nachbarschaften ermöglichen und wie der soziale Zusammenhalt durch die (kooperative) Arbeit von Organisationen gestärkt werden kann, um Krisen und Umbrüche zukünftig besser bewältigen zu können.

Status: laufend seit 10/2017 (bis 09/2020)

beteiligte Institution: Lehrstuhl für Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit, Bergische Universität Wuppertal & Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht, Ruhr-Universität Bochum & Generalsekretariat, Deutsches Rotes Kreuz, Generalsekretariat

beteiligte Forscher/innen: Dr. Tim Lukas, Prof. Dr.-Ing. Frank Fiedrich, Prof. Dennis Dijkzeul, Matthias Max

Förderung durch: BMBF (Forschungsprogramm „Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften“)

Homepage: ResOrt

Keywords: Sozialer Zusammenhalt – community resilience – collective efficacy – Risikobeurteilung – local capacity building

Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW

Die deeskalierende Wirkung von Bodycams im Wachdienst der Polizei Nordrhein-Westfalen

Vor dem Hintergrund der politischen Diskussion um steigende Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte (PVD) wird die Hypothese diskutiert, dass offene Audio- und Videoaufzeichnungen durch PVB eine deeskalierende Wirkung entfalten und Gewaltdelikte gegen PVB reduzieren können. Grundlage für diese Vermutung ist die Annahme, dass Menschen sich eher normkonform verhalten, wenn sie sich der Beobachtung durch andere bewusst sind. Die präventive und deeskalierende Wirkung sichtbar am Körper getragener Aufzeichnungsgeräte (Bodycams) auf Adressaten polizeilicher Maßnahmen im Wachdienst der Polizei ist bisher noch nicht in dem Umfang erforscht, dass belastbare Erkenntnisse für polizeirechtliche, polizeistrategische und polizeitaktische Entscheidungen vorliegen. Dies gilt insbesondere für alltägliche Einsatzsituationen, z.B. im häuslichen Bereich.

Mit der Einführung des § 15c in das Polizeigesetz NRW wurde die erforderliche Rechtsgrundlage im Land NRW für den offenen Einsatz von Bodycams sowohl im öffentlichen Raum als auch in privaten Räumen geschaffen. Die Auswirkungen dieser Vorschrift und die praktische Anwendung sollen gem. § 15c PolG NRW bis zum 30.06.2019 durch die Landesregierung unter Mitwirkung einer oder eines unabhängigen sozialwissenschaftlichen Sachverständigen und einer oder eines polizeiwissenschaftlichen Sachverständigen im Rahmen einer Wirkungsanalyse geprüft werden. Zur Beantwortung der Forschungsfragen kommen verschiedene Methoden zum Einsatz. Für den kausalen Nachweis der deeskalierenden Wirkung wurde u.a. ein randomisiertes Verfahren entwickelt und eingesetzt, dass es ermöglicht, die Straftaten zum Nachteil von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten zwischen der Kontroll- (Dienstschichten ohne Einsatz von Bodycams) und der Experimentalgruppe (Dienstschichten mit Einsatz von Bodycams) zu vergleichen. Daneben werden die Einstellungen und Erfahrungen der beteiligten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten im Projektverlauf mehrfach mittels quantitativer und qualitativer Befragungen erhoben. Bürgerbeschwerden und die durch den Einsatz der Bodycam entstandenen Aufnahmen werden mit einem Auswerteraster analysiert

Status: laufend seit 05/2017 (bis voraussichtlich 05/2019)

beteiligte Institution: Institut für Polizei- und Kriminalwissenschaften der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW

beteiligte Forscher/innen: Prof. Dr. Stefan Kersting, Prof. Dr. Thomas Naplava, Prof. Dr. Michael Reutemann, Dr. Carola-Scheer-Vesper, Marie Heil

Förderung durch: Auftraggeber Ministerium des Inneren des Landes Nordrhein-Westfalen, Projektbetreuung durch Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD NRW)

Homepage: IPK

Keywords: Bodycam – Gewalt gegen Polizeibeamte – Deeskalation – Wirkungsevaluation – Polizeiforschung – Wachdienst

Kriminalistisch-Kriminologische Forschungsstelle LKA NRW

Forschungsprojekt „Sexuelle Gewalt gegen Frauen“

Das Forschungsprojekt „Sexuelle Gewalt gegen Frauen“ beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Fällen sexueller Gewalt gegen Frauen durch männliche Einzeltäter und Gruppen, bei denen zum Tatzeitpunkt keine Vorbeziehung zwischen Täter und Opfer bestand. Im Fokus stehen dabei Fälle sexueller Übergriffe, sexueller Nötigung und Vergewaltigung gemäß § 177 StGB. Im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Projektes werden sechs Ziele verfolgt:

  • Deskriptive Beschreibung der Kriminalitätslage und -entwicklung
  • Analyse von Opfer-, Tat- und Tätermerkmalen
  • Analyse der polizeilichen Sachbearbeitung
  • Analyse der Zuverlässigkeit von Opferaussagen
  • Erweiterung des Kenntnisstandes zu Opferschutz und Opferbedürfnissen
  • Bewertung der Aussagekraft und Qualität der Datenbestände

Zur Umsetzung dieser Ziele werden unterschiedliche Datenbestände und Forschungsmethoden verwendet. So werden zum einen staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakten, polizeiliche Daten, Daten aus dem Bundeszentralregister und Daten aus dem Melderegister ausgewertet. Außerdem werden Interviews mit Opfern, polizeilichen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern sowie mit Psychologinnen und Psychologen aus dem psychologischen Dienst der Justizvollzugsanstalten und Maßregelvollzugseinrichtungen des Landes NRW sowie Gruppendiskussionen mit Expertinnen und Experten der Bereiche Opferschutz und strafrechtliche Ermittlungsverfahren geführt.

Status: laufend seit 2018 (bis voraussichtlich 2021)

beteiligte Institution: Teildezernat 32.4 „Kriminalistisch-Kriminologische Forschungsstelle“ (KKF) des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen, Institut für Polizei- und Kriminalwissenschaften (IPK)der FHöV NRW 

beteiligte Forscherin: Dr. Maike Meyer, Prof. Dr. Daniela Pollich

Homepage: LKA NRW, IPK der FHöV

Keywords: Vergewaltigung – Sexuelle Nötigung – Sexuelle Übergriffe – Sexuelle Belästigung – Neues Sexualstrafrecht – Opferschutz

Viktimisierungssurveys für das Land Nordrhein-Westfalen

In der Kriminalistisch-Kriminologischen Forschungsstelle des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen werden in den Jahren 2019 und 2020 Viktimisierungssurveys durchgeführt. Hierbei handelt es sich jeweils um für das Land Nordrhein-Westfalen repräsentative Bürgerbefragungen zu Opfererfahrungen, Anzeigeverhalten, Kriminalitätsfurcht und Erfahrungen mit der Polizei und Hilfsangeboten. Im Jahr 2019 werden 60.000 in Nordrhein-Westfalen lebende Bürgerinnen und Bürger mit dem Fokus auf physische, psychische und sexuelle Gewalt befragt. Im Jahr 2020 startet der Bund einen bundesweiten allgemeinen Viktimisierungssurvey. Dieser wird in einem Turnus von zwei Jahren fortgeführt. Den Ländern steht es frei, sich im Rahmen dieser Studie mit einer Stichprobenaufstockung zu beteiligen. In Nordrhein-Westfalen werden in diesem Kontext 40.000 Bürgerinnen und Bürger befragt.

Status: laufend seit 2018

beteiligte Institution: Teildezernat 32.4 „Kriminalistisch-Kriminologische Forschungsstelle“ (KKF) des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen 

beteiligte Forscherin: Dr. Maike Meyer

Homepage: LKA NRW

Keywords: Viktimisierung – Opfererfahrungen – Anzeigeverhalten – Kriminalitätsfurcht – Bürgerbefragung

System zur Kriminalitätsauswertung und Lageantizipation (SKALA)

Das Forschungsprojekt SKALA beschäftigt sich mit Predictive Policing. Hierbei wird auf der Basis verschiedener kriminalstatistischer und soziostruktureller Daten anhand komplexer mathematischer Verfahren prognostiziert, wo sich in Zukunft Brennpunkte im räumlichen Kriminalitätsgeschehen einer Stadt entwickeln werden. Derartige Verfahren werden in den USA, in Europa und in Teilen von Deutschland bereits angewendet. Im Projekt SKALA werden die Möglichkeiten und Grenzen der Prognose von Kriminalitätsbrennpunkten sowie die Effizienz und Effektivität darauf aufbauender polizeilicher Interventionen im Rahmen eines Pilotversuchs analysiert. Dabei werden die Kriminalitätsphänomene Wohnungseinbruchdiebstahl, Einbruch in Gewerbeobjekte sowie Diebstahl in, aus und von Kraftfahrzeugen fokussiert. Im Projekt werden wöchentlich Kriminalitätsprognosen für die Bezirke von sechs nordrhein-westfälischen Kreispolizeibehörden erstellt.

Status: laufend seit 2015 (bis voraussichtlich 2018)

beteiligte Institution: Teildezernat 32.4 „Kriminalistisch-Kriminologische Forschungsstelle“ (KKF) des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen 

beteiligte Forscher/innen: Dr. Felix Bode, Dr. Hanna Post, Dr. Kathryn Sivalingam, Kai Seidensticker; vormals: Prof. Dr. Daniela Pollich

Homepage: LKA NRW

Keywords: Predictive Policing

Wohnungseinbruchdiebstahl (WED)

Das Forschungsprojekt WED basiert auf der Analyse von etwa 7.500 staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsakten des Wohnungseinbruchdiebstahls in Nordrhein-Westfalen aus den Jahren 2011 und 2012. Ziel des Forschungsprojektes war die Generierung von Tat- und Tatverdächtigentypen auf der Basis von polizeilichen Tatortinformationen. Untersuchungsleitend war die Frage, ob aus Informationen vom Tatort auf einen bestimmten Tätertyp geschlossen werden kann. Zu diesem Zweck war es insbesondere erforderlich, die unterschiedlichen Strukturen der ungeklärten Taten zu erhellen und mit denen der geklärten Taten zu vergleichen. Im Fokus standen dabei vor allem Indikatoren, die zur Differenzierung zwischen versierten und schlichten Begehungsweisen geeignet sind. Darüber hinaus wurden weitere Einzelfragen geprüft, wie beispielsweise die Rolle der Autobahnnähe bei der Tatobjektauswahl, die Anziehungskraft bestimmter Tatorte sowie die Struktur der Beute. Hierzu wurde auf der Homepage der KKF ein umfassender Ergebnisbericht Anfang 2017 publiziert. Im Rahmen des Projektes werden derzeit die polizeilichen Ermittlungen bei WED in Nordrhein-Westfalen analysiert.

Status: laufend seit 2014 (bis voraussichtlich 2018)

beteiligte Institution: Teildezernat 32.4 „Kriminalistisch-Kriminologische Forschungsstelle“ (KKF) des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen 

beteiligte Forscher/innen: Dr. Maike Meyer; vormals: Prof. Dr. Stefan Kersting, Prof. Dr. Sonja Willing

Homepage: LKA NRW

Keywords: Wohnungseinbruchdiebstahl – Aktenanalyse

Gewaltbereite Salafisten – Analysen anhand eines Falles aus Bonn

Am 05.05.2012 fand vor der König-Fahd-Akademie in Bonn eine Versammlung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro NRW mit etwa 30 Personen sowie eine Gegenveranstaltung des Rates der Muslime mit etwa 400 Personen statt. Im Verlauf der Veranstaltung zeigten Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Seiten der Pro NRW Versammlung Karikaturen Mohammeds. Die teilweise vermummten Gegendemonstranten begannen unmittelbar mit gewalttätigen Handlungen gegenüber den Demonstranten von Pro NRW sowie auch der Polizei. Die Besonderheit im vorliegenden Fall ist die über Netzwerke organisierte Zusammenkunft unterschiedlicher salafistischer Akteure und deren gemeinschaftliches gewalttätiges Auftreten aus religiös extremistischer Motivation. Salafistische Netzwerke gaben im Vorfeld der Versammlung den entscheidenden Impuls bei der Aktivierung verschiedenartiger (gewaltbereiter) Akteure zur Teilnahme an der Veranstaltung. Ziel der Analyse ist es zum einen, Erkenntnisse zu den gewalttätigen Salafisten im konkreten Fall zu erhalten, zum anderen, die beteiligten Netzwerke sowie die Rollen der einzelnen Akteure in den Netzwerken zu untersuchen. Hierzu werden staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakten, polizeiliche Erkenntnisse sowie weitere Daten zu den Tätern analysiert.

Status: laufend seit 2018 (bis voraussichtlich 2019)

beteiligte Institution: Teildezernat 32.4 „Kriminalistisch-Kriminologische Forschungsstelle“ (KKF) des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen 

beteiligte Forscherinnen: Julia Erdmann, Dr. Maike Meyer

Homepage: LKA NRW

Keywords: Salafismus – Radikalisierung – Netzwerke

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