Kriminologie in Nordrhein-Westfalen

Das Netzwerk der Kriminologinnen und Kriminologen in Nordrhein-Westfalen

Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen      Einführung in die Jugendstrafrechtspflege

Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen – Regionalgruppen Nordrhein und Westfalen-Lippe

Die Regionalgruppen Nordrhein und Westfalen-Lippe sind Teil der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ), Deutschlands führendem Fachverband für die Jugendkriminalrechtspflege. Im Jahre 1917 in Charlottenburg (Berlin) gegründet, fördert die DVJJ die interdisziplinäre Zusammenarbeit der am Jugendstrafverfahren beteiligten Professionen, fungiert als unabhängiges Beratungsorgan für kriminalpolitische und praxisnahe Fragestellungen und setzt sich für eine rationale, an den Folgen orientierte Gestaltung des Jugendkriminalrechts ein.

Beide Regionalgruppen arbeiten eng zusammen, z.B. bei den regelmäßigen nordrhein-westfälischen Jugendgerichtstagen, die an wechselnden Orten stattfinden. Ihre Mitglieder engagieren sich auch im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen für Jugendrichter/innen und Jugendstaatsanwälte/innen bei der Justizakademie des Landes NRW in Recklinghausen.

Die Regionalgruppe Nordrhein versteht sich als ein Forum für den regelmäßigen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis des Jugendkrimininalrechts und des Jugendhilferechts. Mehrmals im Jahr werden Gesprächs- bzw. Diskussionsabende zu aktuellen jugendkriminalpolitischen oder jugendhilferechtlichen Themen veranstaltet, die überwiegend von Praktikerinnen und Praktikern aus den Bereichen Jugendhilfe und Justiz besucht werden. In den vergangenen Jahren fanden z.B. folgende Veranstaltungen statt (siehe Veranstaltungshinweise unter http://www.dvjj-nordrhein.uni-koeln.de):

  • Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – Pädagogische Herausforderungen und Probleme der Praxis
  • Erziehung durch Jugendschöffen? – Zur Funktion und Stellung der Jugendschöffen im Jugendgerichtsverfahren
  • Sexuelle Viktimisierung im Strafvollzug
  • Die EU-Richtlinie über Verfahrensgarantien in Strafverfahren für verdächtige oder beschuldigte Kinder – Entstehung, Umsetzung, Stand der Diskussion
  • Behandlungsperspektiven junger Cannabiskonsumenten
  • Der Kölner Qualitätszirkel Jugendstrafrecht
  • Psychosoziale Prozessbegleitung
  • Der Jugendstrafvollzug in Nordrhein-Westfalen – wissenschaftliche Evaluation und persönliche Einschätzungen
  • Jugendstrafvollzug in freien Formen – Ein Erfahrungsbericht
  • Arrest – Neue Positionen zu einem alten Streit?
  • Das Projekt „Kurve kriegen“ der nordrhein-westfälischen Polizei – vielversprechendes Instrument oder Irrweg der Kriminalprävention?
  • ADHS und Straffälligkeit junger Menschen
  • Evaluation der Diversionstage und des Projekts „Gelbe Karte“ in NRW – Empirische Erkenntnisse und kriminalpolitische Konsequenzen

Vorsitzender der Regionalgruppe Rheinland:

Prof. Dr. Frank Neubacher, Universität zu Köln

Die Regionalgruppe Westfalen-Lippe richtet in regelmäßigen Abständen Tagungen und Fachveranstaltungen zu verschiedenen grundlegenden und aktuellen Themen der Jugendstrafrechtspflege, der Jugendkriminologie und der sozialen Arbeit mit straffällig gewordenen jungen Menschen aus. Sie bietet Praktikerinnen und Praktikern ebenso wie in Forschung und Aus- bzw. Fortbildung Tätigen Möglichkeiten zum Austausch und zur Reflektion. Unter anderem folgende Themen standen im Fokus der vergangenen Veranstaltungen:

  • Umgang mit jungen Rechten
  • Übergangsmanagement im Jugendstrafvollzug
  • Veränderungen von Jugendmilieus
  • Untersuchungshaftvermeidung
  • Medienkonsum und Gewaltverhalten
  • Kommunikation zwischen Jugendhilfe und Justiz
  • Jugendliche Gewalt- und Sexualstraftäter.

Vorsitzende der Regionalgruppe Westfalen-Lippe:

Prof. Dr. Nadine Bals, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW (Dortmund) & Prof. Dr. Brigitta Goldberg, Ev. Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe (Bochum)

 

Fachübergreifende Einführung für Jugendrichter/-innen und Jugendstaatsanwälte/-innen an der Justizakademie NRW (Recklinghausen)

Seit 2012 wird auf Initiative und unter Mitwirkung des Instituts für Kriminologie der Universität zu Köln und des Instituts für Kriminalwissenschaften der Universität Münster von der Justizakademie des Landes Nordrhein-Westfalen in jährlichem Turnus eine Einführung in die Arbeit der Jugendstaatsanwaltschaft und Jugendgerichte veranstaltet. Die drei zwei- bis dreitägigen Module werden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Juristinnen und Juristen aus der Jugendstrafrechtspflege, einem Psychiater und Sozialpädagogen in einer Verbindung von Wissenschaft und Praxis durchgeführt. Die einzelnen Module beinhalten Grundlagen der Jugendkriminologie, des Jugendrechts, der Sanktionswirkungsforschung, Prognose- und Reifebeurteilung, Einführungen in die Praxis und Probleme jugendstaatsanwaltlicher und jugendrichterlicher Tätigkeit, in die jugendgerichtliche Kommunikation mit Beschuldigten und Kriminalitätsopfern, die sozialpädagogische Berichterstattung und Durchführung pädagogischer Maßnahmen sowie Exkursionen zu Jugendstraf- und -arrestanstalten und zu Einrichtungen der Untersuchungshaftvermeidung.

In einer verkürzten Version wird diese Einführung auch an der Deutschen Richterakademie in Trier durchgeführt.

beteiligte Institutionen: Institut für Kriminologie, Universität zu Köln & Institut für Kriminalwissenschaften, Professur für Kriminologie, Universität Münster

beteiligte Wissenschaftler: Prof. Dr. Frank Neubacher, Prof. Dr. Klaus Boers

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